Umweltschutz Gefahren auf den Balearen
Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Nach diesem Motto versuchen die Naturschutzorganisation GOB und das Umweltministerium der Balearen seit nunmehr 15 Jahren in gemeinsamen Anstrengungen, Maßnahmen zu ergreifen, die die Belastungssituation der Sandstrand- und Dünenökosysteme entschärfen.
Im Fokus sind vor allem jene Strände, die noch über relativ naturnahe Dünensysteme verfügen. Es handelt sich dabei um die Strände von Playa de Muro, der Cala Agulla, der Cala Mesquida und Es Trenc. Sie alle stehen seit dem Jahr 1991 unter Naturschutz.
Der Naturschutzgebietsstatus alleine konnte ihre Situation nicht verbessern, im Gegenteil:
Der “Ehrentitel” Naturschutzgebiet wirkt offensichtlich als Magnet, der (verständlicherweise) noch viel mehr Menschen anzieht.
Wenn der Naturschutzgebietsstatus von der Tourismuspolitik auch noch zur überregionalen Werbung eingesetzt wird, birgt er gar eine existenzbedrohende Gefahr für die Strände und ihre Ökosysteme. So geschehen im Fall des in der Tat paradiesisch schönen Strandes Es Trenc bei Colonia Sant Jordi.
In den 1990er Jahren schaltete das Tourismusministerium europaweit in großen Magazinen Anzeigen mit einem ganzseitigen Hochglanzfoto, das die ganze Schönheit des Es Trenc zeigte und die Aufschrift trug “El último paraiso” – das letzte Paradies. Der Ansturm, der noch im gleichen Sommer auf den abseits gelegenen Es Trenc begann, hätte größer nicht sein können.
Umfragen am Strand ergaben, dass 70 % der Besucher aufgrund der Werbung gekommen waren. Sehr viele von ihnen hatten weite Anfahrten von ihren Hotels in anderen Teilen Mallorcas in Kauf genommen. Die Beliebtheit des Es Trenc ist ebenso wenig zu drosseln wie das Recht der Urlauber, eine intakte Umwelt zu genießen. Die einzige Möglichkeit, Mallorcas Küstenschätze zu erhalten, sind aktive Schutzmaßnahmen.
Aussender:
Ingolf Kreuzer
Breitwiesenstr. 10
72147 Nehren
ingolf.kreuzer@gmx.de
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Schlagworte: Balearen, Mallorca, Naturschutz, Umweltschutz

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