Sterbehilfe – Sterbebegleitung
Donnerstag, 3. Juli 2008 |
Eine heftige Diskussion um das Thema „Sterbehilfe – Sterbebegleitung“ hat der Fall Bettina S. aus Würzburg in Deutschland wieder entfacht.
Soll man Menschen die den Freitod wählen unterstützen oder abhalten?
Deshalb steht der Sterbehelfer Roger Kusch unter heftiger Kritik. Er hat den Wunsch der 79jährigen Dame unterstützt hat. Die alte Dame war psychisch vollkommen klar, litt aber an Diabetes und körperlichen Gebrechen.
In einem handschriftlichen Abschiedsbrief hat Bettina S. sich ausdrücklich für die Unterstützung bedankt. Frau S. hatte und blickte auf ein interessantes und erfülltes Leben zurück und wollte nicht tatenlos einem unausweichlichen Siechtum entgegen sehen.
Ich habe für diese Entscheidung des Freitodes volles Verständnis.
Aus diversen persönlichen Erfahrungen kenne ich die Situationen von alten Menschen in Pflegeeinrichtungen. Wie Sie durch eine Magensonde ernährt werden, dem Körper durch einen Tropf Flüssigkeit zugeführt wird, wie ein Baby gewindelt werden oder einen Katheder haben.
Finden Sie das ein menschenwürdiges Leben? Was soll das?
Diese Maßnahmen geschehen alle unter dem Deckmantel der Menschlichkeit.
Ich denke aber auch an die vielen Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen (schwerer Schlaganfall, Krebs-Erkrankungen im Endstadium, Alzheimer-Krankheit oder schwerster Behinderung den Freitod wählen würden. Aber es nicht können.
Jetzt gibt es Leser, dieser Zeilen die sagen und meinen:
„Es gibt ja die Patientenverfügung.“
Haben Sie eine Vorstellung, wie oft diese nicht berücksichtigt wird oder nicht verfügbar ist.
In vielen Fällen würde der Arzt aus persönlicher Sicht anders entscheiden, aber es nicht kann. Er hat ja einen hippokratischen Eid geleistet.
Von Seiten der Politik aber auch der Kirchen sind diesem die Hände gebunden.
Der Tod ist Teil des Lebens und Lauf der Natur.
Politiker, Kirchenvertreter aber auch Journalisten argumentieren unter dem Deckmantel der Menschlichkeit gegen den Gnadentod.
Heute (03.Juli 2008) las ich im Leitartikel der MainPost von Ludwig Sandhüter:
Ich zitiere: „Liebe lässt nicht erzwingen. Auch die Liebe zum Leben nicht. Doch man braucht sie um Belastungen, Ängste und aussichtlose erscheinende Situationen durchzustehen. Fehlt sie, werden Menschen sich selbst zu Last.“
Die Frau von Alt-Bundeskanzler Kohl, Hannelore Kohl, hat ganz bestimmt nicht den Suizid Tod (Freitod) gewählt, weil Sie das Leben nicht mehr geliebt hat, sondern aus gesundheitlichen Gründen. Frau Kohl war eine beruflich und gesellschaftlich stark engagierte Persönlichkeit. Die Trauerfeier übrigens fand damals unter großer Beteiligung der Bevölkerung statt.
Diese Leute die über Tod und Leben entscheiden oder schreiben, haben bestimmt nicht über Tage, Wochen und Jahre einen wirklich leidenden, gelähmten, sprech- und bewegungsunfähigen Menschen begleitet.
Stellen wir uns dieser Diskussion und lassen es zu, dass der Betroffene selbst entscheiden kann, oft er sein Leben weiterführen will oder nicht.
Eine Selbsttötungsmaschine lehne ich auch ab, aber Einrichtungen wo der Betroffene unter ärztlicher Aufsicht in Würde sterben kann, würde ich befürworten.
In einigen Nachbarstaaten von Deutschland geht es doch auch, warum nicht hier?
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B. Mertinkat
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